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PEAK Talk: Vorgehen bei der Prozesserhebung - Kapitel 1: Prozessstruktur und Prozesslandkarten

vor 6 Tagen
2 Min. Lesezeit

Für die Prozessstruktur sind verschiedene Ansätze möglich.


Top-Down

Eine typische Prozesslandkarte ist auf der obersten Ebene gegliedert nach:

  • Führungsprozesse / Managementprozesse: Führung und Steuerung der Abläufe des Unternehmens durch die Unternehmensleitung.

  • Kernprozesse / Ausführungsprozesse: Kerngeschäft des Unternehmens, in welchem die Wertschöpfung erzielt wird.

  • Unterstützungsprozesse / Supportprozesse: Betrieblichen Abläufe, welche das Kerngeschäft ermöglichen und unterstützen und keine eigene Wertschöpfung erzielen.

In den weiteren Ebenen wird die Prozessstruktur bis herunter auf die Prozessebene aufgegliedert. Dies kann z.B. nach Aspekten der Kundenorientierung mit End-to-End Prozessen, Workstream oder Wertschöpfung erfolgen.

Vorteile

  • Prozesserfassung wird vom Management mitgetragen.

  • Prozesseigner sind definiert.

  • Die Unternehmensstrategie kann z.B. mit Vision, Mission, Zielen oder Kennzahlen heruntergebrochen werden.

  • Die Vollständigkeit ist gewährleistet.

  • Kennzahlen, Messen der Prozessleistung und Massnahmen sind möglich.

Nachteile

  • Hoher initialer Aufwand und Zeitverbrauch.

  • Die Klärung und Benennung der Prozesseigner kann kompliziert sein ...

  • Um Konsistenz zu gewährleisten müssen auf einer Ebene alle enthaltenen Prozesse angegeben werden.

  • Prozesse können erst nach Festlegung der Prozessstruktur modelliert werden.


Bottom-Up

Beginnend mit einzelnen Prozessen wird nach und nach die Prozesslandkarte zusammengestellt.

Vorteile

  • Quick-Wins sind möglich: Schnelle Verfügbarkeit einzelner Prozesse.

Nachteile

  • Prozesseigner sind unklar, der Auftrag der Unternehmensleitung fehlt.

  • Prozesse können sehr schlecht aufeinander abgestimmt werden.

  • Es zeigt sich sehr spät, ob das Puzzle aus Prozessen zusammenpasst.

  • Keine einheitliche Modellierungstiefe und Darstellung der Prozesse.


Teilbereiche

Die Prozesse für einen End-to-End Ablauf oder einen inhaltlichen Teilbereich werden modelliert.

Vorteile

Quick-Wins sind möglich: Schnelle Verfügbarkeit zusammengehöriger Prozesse.

Mit KVP können beachtliche Verbesserungen erzielt werden.

Nachteile

Prozesseigner sind unklar, der Auftrag der Unternehmensleitung fehlt.

Keine einheitliche Modellierungstiefe und Darstellung der Prozesse.

In der Regel kein gemeinsames Prozess-Repository.

Kein unternehmensweiter Ansatz, der die Organisation als Ganzes voranbringt.


Schnittstellen-basiert

Prozesse mit Schnittstellen, aber aus verschiedenen Bereichen, werden gemeinsam modelliert.

Vorteile

  • Klärung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten an Schnittstellen im Unternehmen kann erhebliche Verbesserungen bewirken.

Nachteile

  • Prozesseigner sind unklar, der Auftrag der Unternehmensleitung fehlt.


Die Serie "PEAK Talk: Vorgehen bei der Prozesserhebung"

  • Am Ende der Serie werden wir eine Umfrage machen, welche Themen wir in jeweils einstündigen Online-Meetings in der Diskussion mit euch vertiefen sollen.

  • Nächstes Kapitel 2: Aufbau- und Ablauforganisation

 
 
 

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